Markttechnik – Was ist das

MArkttechnik - Was ist das

Die Markttechnik ist die ursprünglichste Form der Technischen Analyse und basiert auf Grundsätzen, die bereits durch Charles Henry Dow Ende des 19. Jahrhunderts erdacht und publiziert wurden.

Dabei versucht die Markttechnik, zwei wichtige Fragen für das Trading zu beantworten:

Überwiegt in diesem Augenblick Angebot oder Nachfrage?

Ist es wahrscheinlich, dass sich diese Tendenz fortsetzt?

Die Markttechnik beantwortet diese Fragen durch die Analyse des vorliegenden Trends und dem Wissen um die Existenz und das Verhalten der verschiedenen Marktteilnehmer. Aus der markttechnischen Analyse und den drei Handelsstilen Ausbruch-, Bewegung-, und Trendhandel sowie den psychischen Rahmenbedingungen des Traders ergeben sich verschiedene Regelwerke zu Einstiegen und Stoptechniken, die je nach Situation gehandelt werden können.

Die Markttechnik bietet mit Konzepten wie der Diversifikation klare Lösungen zum Moneymanagement und bietet mit dem Handel der unterschiedlichen Trendgrößen und fachlicher Unschärfe Möglichkeiten für jede Kombination aus verfügbarem Kapital und verfügbarer Zeit zum Traden.

Aus den klaren Regelwerken und Konzepten wiederum ergibt sich das höchste Gut des Traders – die Duplizierbarkeit der Trades und damit der Erfolg beim Traden.

Ich werde hier auf Markttechnik traden detailliert auf alle Bereiche des markttechnischen Handelns eingehen und Ihnen die Möglichkeiten dieses umfassenden Handelsansatzes aufzeigen.

Die Dow- Theorie – Ursprung der markttechnischen Analyse

Charles H. Dow, Journalist, Wirtschaftswissenschaftler und Herausgeber eines Börsenbriefs, veröffentlichte im Jahre 1884 den Dow Jones Railroad Average als weltweit ersten Aktienindex. Dieser Index bestand aus 11 Einzelaktien und sollte Richtwerte über Kursverläufe geben. 1896 kam dann der Dow Jones Industrial Average hinzu.

Aus seinen als „Dow- Theorie“ zusammengefassten Studien der beiden Indizes ergeben sich sechs Kernaussagen:

  1. Die Märkte bewegen sich in drei Trends
    • Primärtrend – von einem Jahr bis mehrere Jahre
    • der sekundäre Trend – 10 Tage bis 3 Monate
    • der untergeordnete Trend – Stunden bis Monate
  2. Trends haben 3 Phasen
    • die Akkumulationsphase – als Beginn des Trends
    • die Ausbruchsphase – der Trend ist offensichtlich und verstärkt sich
    • die Distributionsphase – das Ende des Trends
  3. Die Kurse an den Märkten beinhalten alle verfügbaren Informationen
  4. Die Aktienindizes müssen sich gegenseitig bestätigen
  5. Die Trends müssen durch das gehandelte Volumen bestätigt werden
  6. Ein Trend existiert, bis konkrete Signale zeigen, dass der Trend beendet ist

Nach seinem Tod im Jahre 1902 wurden seine im Wall Street Journal veröffentlichten Erkenntnisse als „Dow- Theorie“ zusammengefasst und unter Anderem von Nelson, Hamilton und Rhea in Büchern veröffentlicht.

Die Trenddefinition nach Markttechnik/Dow

Die wichtigste Eigenschaft der Märkte ist, zu tendieren – also sich in Trends zu bewegen. Die Trenddefinition des Charles H. Dow hat heute noch Gültigkeit und ist eine der Grundlagen der markttechnischen Analyse der Finanzmärkte.

Ein Trend besteht immer aus einer Abfolge von Bewegung (große Kursbewegung in kurzer Zeit) und Korrektur (geringe Kursbewegung, zeitlich ausgedehnt).

Nach Dow gibt es 3 Trendrichtungen, den Aufwärtstrend, den Abwärtstrend und den Seitwärtstrend wobei der letztere in der Markttechnik als trendlose Phase bezeichnet wird.

  1. Der Aufwärtstrend ist gekennzeichnet durch eine Abfolge steigender Hochs und steigender Tiefs

    Aufwärtstrend

    Aufwärtstrend nach Markttechnik

  2. Der Abwärtstrend ist gekennzeichnet durch eine Abfolge fallender Hochs und fallender Tiefs
    Abwärtstrend

    Abwärtstrend nach Markttechnik

     

  3. Ein Seitwärtstrend bzw. eine trendlose Phase besteht dann, wenn ein vorheriger, gerichteter Trend gebrochen aber noch kein neuer Trend etabliert wurde

    trendlose Phase

    Trendlose Phase nach Markttechnik

Wie entstehen Kursbewegungen?

Kurse an der Börse entstehen ja aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage und deren Auftreten im Orderbuch. Wie genau die Kurse berechnet werden, werde ich in einem separaten Artikel ausführlich erläutern.

Für die Entstehung von Trends ist es wichtig zu wissen, dass es zu jedem Zeitpunkt 3 Arten von Marktteilnehmern gibt:

  • Marktteilnehmer, die bereits long investiert sind
  • Marktteilnehmer, die bereits short investiert sind
  • Marktteilnehmer, die nicht investiert (flat) sind

Möchten nun mehr Marktteilnehmer kaufen als verkaufen, steigt der Preis an. Verkaufen mehr neue Marktteilnehmer, wird der Kurs fallen.

Warum kaufen Marktteilnehmer zu Kursen, an denen andere verkaufen?

Diese Frage dreht sich um einen der wichtigsten Aspekte jeder Form der Technischen Analyse und damit auch der Markttechnik an sich. Es geht dabei um die Frage nach den 4 unterschiedlichen Marktteilnehmern.

  1. der Arbitrageur – nutzt Preisunterschiede zwischen unterschiedlichen Märkten aus und sorgt für Liquidität
  2. der Hedger – sichert Gewinne/ Verluste in völlig anderen Märkten ab
  3. der Stratege – investiert strategisch/langfristig, meist auf Grund fundamentaler Analyse
  4. der Spekulant – spekuliert auf Kursgewinne/ Kursverluste auf unterschiedlichsten Zeitebenen nach unterschiedlichsten Regelwerken

Diese vier Marktteilnehmer gehen aus unterschiedlichsten Motiven zu unterschiedlichsten Zeitpunkten mit ihren Orders in den Markt und sorgen somit für Bewegungen und den Trendaufbau.

Ich werde natürlich in eigenen Artikeln noch genau auf die unterschiedlichen Marktteilnehmer eingehen und deren Handelsweisen erläutern.

Die Handelsstile im markttechnischen Trading

Ausbruchshandel

Beim Ausbruchshandel wird auf eine sehr kurzfristige, schnelle Bewegung spekuliert. Dabei wird das Orderverhalten der Marktteilnehmer ausgenutzt um Stellen im Chart zu identifizieren, an denen schnelle Kursbewegungen wahrscheinlich sind.

Bewegungshandel

Beim Bewegungshandel wird versucht, mehrere Bewegungen eines Trends zu handeln, die Korrekturen aber auszulassen. Auch hier wird das Orderverhalten der Marktteilnehmer ausgenutzt um Stellen zu identifizieren, an denen eine große Bewegung zu erwarten ist.

Trendhandel

Beim Trendhandel wird versucht, den kompletten Trend inklusive der Korrekturen zu handeln. Diese Art des Tradings ist, abhängig von der gewählten Trendgröße, die langfristigste. Auf Grund der auszuhaltenden Korrekturen (Buchverluste) ist der Trendhandel für die meisten Trader der schwierigste Handelsstil.

Das markttechnische Regelwerk

Für jeden der genannten Handelsstile gibt es eigene Einstiegslogiken, Stoplogiken, Kurszielbestimmungen und weitere Besonderheiten wie psychologische Vor- und Nachteile. Mit Hilfe umfangreicher Konzepte wie Diversifikation oder fachlicher Unschärfe und den unterschiedlichen Einstiegs- und Stopregeln kann jeder Trader sein individuelles Regelwerk erarbeiten und damit seinen eigenen, hochprofitablen Handelsstil finden.

Mit Markttechnik traden will ich Ihnen die Facetten des markttechnisch orientierten Handelns aufzeigen und das notwendige Wissen vermitteln, um den eigenen Handelsstil zu finden und Ihnen damit ein erfolgreiches Traden zu ermöglichen.

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